Am 11. Und 12. Juli 2026 fand erneut der Triathlon in der Hansestadt statt und die Triathlon World Series machte Station in Hamburg. Zum ersten Mal machte dabei auch die Para World Triathlon Series in Hamburg Station. Das Deutsche Triathlon Union (DTU) Team war auch in diesem Jahr breit aufgestellt – unter anderem kam der amtierende Deutsche Meister und bestplatzierte deutsche Herr in der Weltspitze Henry Graf sowie die aktuell bestplatzierte deutsche Dame in der Weltspitze Lisa Tertsch nach Hamburg.
Hohe Temperaturen am Wochenende
Das gesamte Wochenende war von hohen Temperaturen, bis 30 Grad und einer Wassertemperatur von 22 Grad geprägt. Trotzdem waren wieder viele Teilnehmer zum Open Race angereist. Die Versorgung und Betreuung aller Athlet:innen war wieder hervorragend organisiert.
Am Samstag früh um 7:00 Uhr startete das Open Race über die Jedermann-Sprintdistanz. Dabei ging es über 500 Metern Schwimmen, 20 Kilometern Radfahren und fünf Kilometern Laufen. Als erster überquerte bei den Männern Paul Wiesner in 57:47 Minuten und bei den Damen die Hamburgerin Annika Oettinger in 1:06:35 Stunden die Ziellinie auf dem Rathausmarkt.
Deutsche Top Triathleten überzeugen über die Sprintdistanz der Elite
Am Samstagnachmittag stand das Highlight des Tages an: Sprintdistanz der Damen und Herren Elite. Bei den Damen war es Lisa Tertsch, die ihrer Favoritinnen Rolle gerecht wurde. Die Darmstädterin zeigte von Beginn an, dass bei den hochsommerlichen Temperaturen mit ihr zu rechnen ist. Als Dritte ging die Mixed-Relay-Olympiasiegerin von Paris 2024 auf die Radstrecke, positionierte sich über die 20 Kilometer immer wieder weit vorne im Feld und spielte beim abschließenden Lauf ihre Stärke aus. Die amtierende Weltmeisterin war die einzige Athletin, die auf den zweimal 2,5 Kilometern durch das Zentrum von Hamburg das hohe Tempo von Vorjahressiegerin Leonie Periault (FRA) lange mitgehen konnte. Am Ende musste Tertsch die Französin (55:51 Minuten) ziehen lassen und wurde mit vier Sekunden Rückstand Zweite (55:55 Minuten). Für Tertsch Grund zur Freude, zumal es nach Rang drei im Jahr 2022 ihr zweites Podium in der Elbmetropole war. Kurz zuvor hatten bereits die deutschen Herren für Begeisterung am Rathausmarkt gesorgt. Allen voran Henry Graf, der nach Rang fünf im Vorjahr als Dritter den Sprung aufs Podium schaffte. Graf hielt lange das Tempo an der Spitze mit, musste auf dem letzten Kilometer jedoch abreißen lassen. Der amtierende Weltmeister Matthew Hauser (AUS), bereits 2024 und 2025 Sieger in Hamburg, setzte sich erneut in 50:07 Minuten durch und gewann die Sprintdistanz. Zweiter wurde der Führende der WM-Serie Vasco Vilaça aus Portugal in 50:10 Minuten, ehe Henry Graf als Dritter das Podium in 50:15 Minuten komplettierte.
Mixed Staffel WM und Para World Triathlon Series am Sonntag
Der Sonntag wurde mit dem Open Race über die Kurzdistanz eröffnet An beiden Tagen nahmen mehr als 9000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Open Races teil. Im Männerwettbewerb setzte sich der Spanier Xabier Tijero über 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und 10 Kilometer Laufen in 1:59:37 Stunden durch. Bei den Frauen triumphierte die Hamburgerin Claudia Slapka vor heimischer Kulisse nach 2:10:16 Stunden.
Am Nachmittag fand dann zu ersten Mal der Para Triathlon der World Series in Hamburg statt. Die Athleten treten dabei in Klassen (Art der Beeinträchtigung) an. Zur großen Freude kamen auch zu diesem Wettbewerb zahlreiche Zuschauer und feuerten die Athleten an. Ein sehr beeindruckender Wettbewerb und großen Respekt und Anerkennung für alle Athletinnen und Athleten. Für einen Triumph sorgte Martin Schulz, der sich in der Klasse PTS5 souverän in 57:39 Minuten durchsetzen konnte, nachdem er seinen langjährigen Dauerrivalen aus Kanada, Stefan Daniel (57:52 Minuten), vorentscheidend auf der Laufstrecke distanzieren konnte. Ebenfalls präsentierte sich auch Anja Renner gemeinsam mit Guide Maria Paulig erneut in guter Form. Die Bayerin belegte in der Klasse der sehbeeinträchtigten Starterinnen (PTVI) hinter der Spanierin Susana Rodriguez (1:03:18 Stunden) den zweiten Platz (1:05:06 Stunden). Lokalmatadorin Neele Ludwig verpasste in ihrer Heimatstadt das Podium in der Klasse PTS2 als Vierte nach 1:26:24 Stunden um etwas mehr als vier Minuten. Auch Sabine Ellerbrock kam beim Debüt der World Triathlon Para Series als Vierte der Klasse PTS4 ins Ziel (1:28:10 Stunden). Bei den Männern wurde Valentin Hanzer in der Klasse PTS3 Fünfter (1:08:02 Stunden). Max Gelhaar wurde Siebter (1:12:50 Stunden).
Mixed Staffel WM bildet den absoluten Höhepunkt der Veranstaltung
Wie in jedem Jahr wird der Triathlon Hamburg mit der Mixed Team Staffel WM abgeschlossen. Bei diesem bei den Zuschauern sehr beliebten, spannenden Format absolvieren zwei Damen und zwei Herren jeweils nacheinander einen Super Sprint Triathlon. Ein hohes Tempo und Spannung bis zur Ziellinie ist garantiert. Das absolute Highlight des Wochenendes.
Nach den Titeln 2023 und 2024 sowie Rang drei im Vorjahr hoffte das deutsche Team, wieder ein gewichtiges Wort im Kampf, ums Podium mitreden zu können. Denn dem Staffelweltmeister 2026 winkte ein fixer Startplatz für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles.
Deutsche Mixed Team Staffel belegt Rang 5
In diesem Jahr verpasste das deutsche Mixed Team das Podest. Lisa Tertsch, Valentin Wernz, Franka Rust und Tim Hellwig belegten in einem hochklassigen Rennen Rang fünf. Den Titel und somit den Olympia Startplatz sicherte sich das Team aus Frankreich in 1:18:37 Stunden vor Ungarn (1:18:41 Stunden) und Großbritannien (1:18:50 Stunden).
zierte der Mixed-Relay-Olympiasieger von Paris: „Manchmal ist das so. Wir haben die letzten Jahre oft in den Staffeln das – ich nenne es mal – Spielglück gehabt, dass man manchmal an der richtigen Position, am richtigen Ort ist. Heute haben wir es mal nicht gehabt, aber ich bin trotzdem positiv für die nächsten Staffeln.“ So bilanzierte die deutsche Mixed Staffel und Olympiasieger von 2024 das Rennen.
Der Bundestrainer Dr. Torben Hoffmeister zog ein ähnliches Fazit: „Wir haben auf mehr gehofft, aber ich will nicht von Enttäuschung sprechen. Wir hatten heute Morgen den kurzfristigen Ausfall unseres Top-Athleten Henry Graf. Da muss man auch mal mit dem fünften Platz zufrieden sein. Es war eine ganz kleine Lücke, die aufgegangen ist, die dann die anderen Nationen ausgenutzt haben.“
Fazit
Es war wieder ein spannendes Triathlon Wochenende in Hamburg bei richtig tollem Wetter. Besonders lohnend wird es nächstes Jahr. Dann ist Hamburg vom 08.09. bis 12.09.2027 Austragungsort der World Triathlon Championchip Finals 2027.
Fotos und Text: Marcus Supplitt




